Adventskalender am 2.12. – Weihnachten + die Weihnachtspost – von Huberta Weigl, Wien

Von PetraSchuseil | 2.Dezember 2012

Alle Jahre wieder: Die Weihnachtspost!
von Huberta Weigl, Schreibwerkstatt

Ich kann mich noch gut erinnern. Als ich klein war, hat meine Mutter immer alle Weihnachtsbillets*, die wir bekommen haben, zusammen an einem Platz aufgestellt. Ab dem 1. Dezember bildete sich so nach und nach ein großes, hübsches Arrangement.

Heute wäre so etwas nicht denkbar. Auf Papier geschriebene Weihnachtsgrüße sind eine Seltenheit geworden. Weihnachtsgrüße erreichen mich vor allem in Form von E-Mails oder SMS, und zwar meist am 23. oder 24. Dezember, also auf den letzten Drücker. Häufig handelt es sich um kurze Rundmails oder Sammel-SMS. Alle Freunde werden in einem Aufwasch beglückt.

Da diese Rundmails und Sammel-SMS niemandem in Erinnerung bleiben, frage ich mich jedes Mal: wozu das Ganze? Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen Weihnachtsgrüße nur verschicken, weil „man“ das eben so macht. Es ist eine Pflichtübung.

Eine Pflichtübung ist es freilich aber nur dann, wenn man dabei nur an sich denkt – an sich bzw. das eigene Gewissen, das durch eine Schnell-Schnell-Aktion beruhigt werden soll. Doch darum geht es bei den Weihnachtsgrüßen letztendlich nicht. Es geht nicht nur um denjenigen, der die Grüße verschickt, sondern vor allem um die Empfänger, also die Freunde.

Petra hat in ihrem gestrigen Blog-Artikel für unperfekte Weihnachten plädiert. Dieser Ansatz (der mir übrigens sehr gefällt) lässt sich auch auf das Verschicken von Weihnachtsgrüßen übertragen: Was spricht denn dagegen, nur einige wenige Weihnachtsgrüße an ausgewählte Freunde zu versenden, und zwar in einer Form, die wirklich Freude macht? Und die größte Freude machen erfahrungsgemäß nach wie vor persönlich formulierte Weihnachtsgrüße auf Papier, die nicht nur aus der Standardfloskel „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“ bestehen.

Falls Sie im letzten Jahr auf den letzten Drücker rasch ein paar E-Mails oder SMS verschickt haben, überlegen Sie doch, ob Sie es dieses Jahr nicht anders machen könnten. Wir haben heute erst den 2. Dezember – Zeit genug, um in den nächsten Tagen ein paar schöne Weihnachtskarten zu erstehen und dann in aller Ruhe ein paar persönliche Weihnachtsgrüße zu versenden.

Hier ein paar Tipps für das Schreiben Ihrer Weihnachtsgrüße:

Überlegen Sie sich vorab,

… wem Sie überhaupt schreiben möchten. Mit wem hatten Sie schon länger keinen Kontakt mehr, obwohl Sie einander mögen? Wem möchten Sie eine Freude machen?

… ob Sie lieber Postkarten oder Billets verschicken wollen. Wenn Sie sich für Billets entscheiden, verzichten Sie auf Billets mit vorformulierten Grüßen, unter die Sie nur mehr Ihre Unterschrift setzen müssen. Weihnachtsgrüße sollten persönlich gehalten sein.

… ob Sie nicht vielleicht sogar einen Weihnachtsbrief verschicken wollen. Ich kenne Menschen, die am PC einen richtigen Jahresrückblick schreiben, also einen Bericht, was sich in den vergangenen 12 Monaten alles getan hat – eine schöne Idee, vor allem, wenn man nicht regelmäßig voneinander hört. Wenn Sie sich für einen am PC getippten Weihnachtsbrief entscheiden, den Sie an mehrere Freunde schicken, achten Sie bitte darauf, dass Sie am Ende noch einen Gedanken und einen Gruß handschriftlich beifügen.

… ob Sie Ihrem Weihnachtsgruß etwas beilegen wollen. Das kann ein Foto, ein Stück schön verpackte Schokolade, ein Strohstern, ein Gedicht oder eine Geschichte sein. Alles, was Ihre Weihnachtspost persönlich macht und die Empfängerin bzw. den Empfänger freut, ist erlaubt!

Verstecken mag ich hinter diesem Türchen am 2. Dezember: 3 x 5 Weihnachtspostkarten, die Sie an Ihre Freunde schicken können – nur schreiben müssen Sie die Karten noch selbst!

Ihnen gefällt das Adventsgeschenk? Schreiben oder kommentieren Sie bitte heute am 2.12. im Kommentarfeld oder schicken Sie Huberta Weigl  . Morgen wissen Sie, ob Sie ausgesuchte Weihnachtspostkarten schreiben können. Die drei Glücklichen werden hier morgen bekanntgegeben und erhalten eine Mail. Viel Glück.

Abbildungsnachweis/Fotoquelle: Briefkasten mit Schnee © DOC Rabe Media #20570228 (Fotolia.com)

* (Weihnachts-)Billets sind übrigens Klappkarten – nach Rücksprache mit der Gastautorin Huberta

Topics: besonnen sein, Freizeit, Freunde und Familie, Glück | 6 Kommentare »

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6 Kommentare to “Adventskalender am 2.12. – Weihnachten + die Weihnachtspost – von Huberta Weigl, Wien”

  • Heike Barz-Lenz
    2.Dezember 2012 um 11:21

    Liebe Frau Weigl,
    meine Weihnachtsgrüße haben sich in den letzten Jahren genau in die Richtung entwickelt, die Sie hier beschreiben. Keine Mail oder SMS, sondern persönliche Weihnachtskarten mit individuellem Text. Manchmal entstehen sogar aus passenden Fotos mit entsprechender Bearbeitung schöne Karten, die ich dann verschicke. Das macht mir sehr viel Spaß und stimmt gleichzeitig auch etwas auf eine “besinnliche” Zeit ein. Deshalb: “Ja,möchte ich haben”. Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen und allen Lesern

    Heike Barz-Lenz

  • PetraSchuseil
    2.Dezember 2012 um 11:40

    Liebe Huberta, danke für Deinen schönen Beitrag. Ich fühle mich inspiriert. Ich habe mir zwar schon einiges einfallen lassen, aber der Weihnachtsbrief mit einem Rückblick über das Jahr – den hätte ich dieses Jahr vergessen. Nun ist er wieder in meinen Gedanken und ich formuliere schon im Kopf bzw. überlege, was war alles los in diesem Jahr. Dass es das überhaupt gibt: Mal eben eine SMS zu Weihnachten – huch, dachte ich. Mir gefällt, dass “weniger ist mehr” schon fast eine unperfekte Adventszeit einläutet … in diesem Sinne … schönes Schreiben an die Lieben, die einem am Herzen liegen oder die LieblingsklientInnen :-) … einen schönen ersten Advent.

  • PetraSchuseil
    2.Dezember 2012 um 18:06

    Hier ist der Link zu Hubertas Blog. http://www.schreibwerkstatt.co.at/2012/12/02/verschicken-sie-zu-weihnachten-sms-e-mails-oder-weihnachtskarten

  • Leonie Walter
    3.Dezember 2012 um 11:29

    Ja, die ganzen E-Mails zu Weihnachten sind schon irgendwie sehr herzlos. Wobei ich mich über nett formulierte, individuelle, persönliche Mails durchaus freue… (ein Brief oder eine Karte wäre zwar schon netter), ganz ganz übel finde ich solche Mails von Firmen (mit denen wir zusammen arbeiten) und von den ganzen Absendern von Newslettern, Angeboten etc. Das ist so inflationär, dass es wirklich nervt. Dann lieber gar nichts!

  • Huberta Weigl
    3.Dezember 2012 um 12:13

    Liebe Frau Bar-Lenz,

    danke für Ihren Kommentar. Die Postkarten gehen morgen an Sie!

    Es freut mich übrigens besonders, dass die Karten nach Berlin wandern. Ich habe dort ein Jahr studiert und kenne die Stadt. Was mich zu Weihnachten damals in Berlin sehr beeindruckt hat, das waren die vielen Lichterketten, die Privatpersonen an ihre Fenster befestigen. Überall glitzert und blinkt es. In Wien ist das nicht üblich. Ich habe gestaunt! :)

    Lieben Gruß
    Huberta Weigl

  • PetraSchuseil
    3.Dezember 2012 um 14:09

    Liebe Huberta, (ich schreibe mit als Gastgeberin!) schön, dass Du bei der Adventskalender-Aktion dabei warst. Die liebe Weihnachtspost wurde auf jeden Fall viele Male angeklickt und gelesen :-) … ja, das mit den Lichterketten und den blinkenden Häusern und Balkonen ist wirklich erstaunlich. Hier sehe ich auch (noch?) nicht so viel davon.

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